 |
 |
|
 |
|
Surabaya |
|
 |
 |
 |
|
Nach ein paar ruhigen Tagen an Hotelpool und Geger-Beach stand ein
weiteres Highlicht auf dem Plan: Eine zweitägige Tour auf die Hauptinsel Java mit einem
Besuch des aktiven Vulkans Mount Bromo. In aller Herrgottsfrühe klingelte der Wecker und
wir trotteten zur Rezeption, denn an ein Frühstück zu dieser Uhrzeit war nicht zu
denken. In stockdunkler Nacht wurden wir zum Flughafen gebracht.
Mit der Bezahlung der Tour gab es ein kleines Problem: Wie immer hatten wir
nicht genügend Cash dabei, denn bisher konnte man alles per Kreditkarte bezahlen. Nur
diesmal schien die Möglichkeit nicht zu bestehen. Aber wo ein Wille ist da gibt es auch
einen Weg! Wir einigten uns auf eine Bezahlung nach der Tour. Die paar Stunden werden sie
schon auf ihr Geld warten können und wir haben die Gewissheit einer sicheren Rückkehr.
Diese Sicherheit wich allerdings einigen Bedenken, als wir das Fluggerät bemerkten, das
uns nach Surabaya bringen sollte. Die Boeing 737 der Buraq hatte bestimmt schon 25 Jahre
auf dem Buckel! Aber was soll's, wenn alle einsteigen werden wir das eben auch tun.
Nach einer Dreiviertelstunde haben wir es geschafft! Wohlbehalten landen wir in Surabaya,
der zweitgrößten Stadt Indonesiens. Dort werden wir von unserem Führer abgeholt, wobei
nicht er uns sondern wir ihn finden. Auf einem lässig in der Hand wedelnden Blatt Papier
können wir unseren Namen lesen und sprechen ihn darauf hin an. Wir hatten uns gefunden.
In sehr gutem Deutsch erklärt er uns den Ablauf der Tour und nennt dabei die nächsten
Ziele: Hafen, Arabisches Viertel, Chinesischer Tempel und Zoo von Surabaya. Unser Fahrer
behält in dem Verkehrsinferno locker die Nerven und kutscht uns in dem chaotischsten
Gewühle, was ich je erlebt habe, sicher zu unserem ersten Ziel. Wir
passieren das Tor zu einem der größten Häfen Indonesiens, wobei hier noch fast alles
auf kleinen Schiffen zwischen den einzelnen Inseln transportiert wird. Die LKW's würden
jedem Prüfbeamten des TÜV einen Herzinfarkt bescheren. Auch beim Stauen der Waren sieht
man es ganz locker. Mit der Zigarette locker im Mundwinkel wird verladen, Helme gibt es
nicht und an Bord gelangt man über eine lange, schmale und schwankende Planke ohne
Geländer. Selbst unser Führer kann sich mit den Seeleuten von den Molukken, deren Boot
wir besuchen dürfen, nur sehr schwer verständigen. Die Sprachbarriere ist größer als
in Deutschland zwischen Ostfriesen und Oberbayern. Aber insteressant war der Besuch
allemal, denn man bekam einen Einblick in einen kleinen Teil des Alltags der hier
arbeitenden Menschen.
Durch den chaotischen Verkehr geht es weiter zu einem chinesischen Tempel. Auch hier
werden wir gut durch den »Chef« des Tempels betreut und erfahren eine Menge über Riten
und Gebräuche der gläubigen Chinesen.
Anschließend bahnen wir uns unseren Weg durch das Arabische Viertel Surabayas. Es ist
stickig und drückend heiß - dazu kommen noch die vielen fremden Gerüche, die
einem in die Nase steigen. Und es gibt sehr sehr viele Bettler! Als Ungläubige dürfen
wir dann zum Verlassen nicht den Haupteingang benutzen sondern müssen das Stadtviertel
über eine Seitenstraße verlassen. Dort nimmt uns dann auch schon der Fahrer in Empfang.
Selbst der Tagelöhner, der den Wagen rückwärts auf die Straße winkt verlangt sein
Bakschisch. Und wieder geht es durch den chaotischen Verkehr der 5-Millionen-Stadt weiter.
Ziel ist der Zoo von Surabaya, seinesgleichen der größte Südostasiens.
Hier bekommt man einen Überblick über die indonesische Tierwelt. So können wir in einem
großen Freigehege Komodowarane sehen. Den bis zu vier Meter langen Großechsen scheint es
ausgesprochen gut zu gehen. Viele andere Tiere leben aber eher unter jämmerlichen
Bedingungen. Besonders der alte Orang-Utang am Eingang konnte einem schon leid tun in
seinem eisernen Käfig. Auch andere Affen und Großkatzen waren eher in kleinen Gehegen
untergebracht.
Nach zwei Stunden verlassen wir den Zoo wieder und vorbei an der zweitgrößten Moschee
Indonesiens, die über 10.000 Gläubigen Platz bietet, verlassen wir den Moloch auf einer
Schnellstraße. Auch hier gelten wieder eigene Regeln: Überlandbusse überholen in voller
Fahrt auf dem Standstreifen und wir wiederum halten auch mal für ein Foto kurzerhand auf
der Autobahn an. Dann gibt's endlich Mittagessen! Der Magen hing auch schon in etwa
zwischen den Kniekehlen. Frisch gestärkt geht es dann auf einer vielbefahrenen
Hauptstraße weiter und selbst die vielen Eindrücke können ein Nickerchen nicht
verhindern!
Kurz vor dem Ziel stoppen wir noch in einem kleinen Fischerdorf und werden dort
sofort von einer Horde Kinder umringt. Die wollen nur zwei Sachen: Kugelschreiber und
Bonbons. Süssigkeiten? - die liegen in Bali im Kühlschrank, dafür haben wir nur
Airwaves-Kaugummi dabei. Wird schon gehen! Aber für die Kleinen ist es nicht der rechte
Genuss. Alle stehen mit offenen Mündern da und auf der Zunge sieht man je einen kleinen
hellblauen Klecks. "Fresh!" rufen sie im Chor. Dafür lassen sie sich gerne
fotografieren und dürfen alle mal durch den Sucher des Fotoapparat schauen und zoomen.
Dabei kaspern sie wie wild in der Gegend herum!
Aber wir müssen weiter; beobachten dann noch wie der Fang des Tages ausgeladen wird und
durch eine »Allee der Schrankbauer« führt unser Weg weiter hin zum Vulkan Bromo. Auf
einer Strecke von über 20 km schlängelt sich die Straße die fruchtbaren Hänge
des Vulkans hinauf. Im Auto wird einem fast schwindlig, das Gefühl verstärken noch tiefe
Abgründe, die kaum durch Leitplanken gesichert sind. Aber unser Fahrer versteht sein
Handwerk und wohlbehalten kommen wir in der Lodge an. Die Berge sind in dichte Wolken
verhüllt und auch der Blick ins Tal gibt nicht allzuviel her.
Also beschließen wir gleich zu Abend zu essen. Es wird das mit Abstand teuerste Essen des
ganzen Urlaubs und wir ziehen es auch nicht allzu sehr in die Länge, denn gegen drei Uhr
wird für uns die Nacht zu Ende sein. |
|
 |
 |
 |
|
Mount Bromo |
|
 |
 |
 |
|
Als wir mitten in der Nacht aufstehen ist es schon ganz schön kalt.
Dafür funkelt ein makelloser Sternenhimmel über uns, der kaum durch ein anderes Licht
irritiert wird. Nur weit entfernt erkennt man tief unter uns die Lichter größerer
Ortschaften, wo zu so früher Stunde das Leben gerade erwacht.
Die Auffahrt zum Gipfel unternehmen wir nicht mit unserem Kleinbus, sondern wir werden von
einheimischen Jeepfahrern übernommen, die zu diesem Zweck von den Guides der einzelnen
Gruppen engagiert werden. Also schwingen wir uns auf ein dunkelgrünes Gefährt und los
geht die wilde Jagd. Die Fahrer heizen wie die Wilden. Jeder will als erster oben sein.
Warum wird uns erst etwas später klar, denn die letzten haben noch einen weiteren Fußweg
vor sich. Wobei weit dann doch eher relativ zu sehen ist. Jedenfalls sind wir nicht die
Einzigsten, ich schätze mal daß sich so zwischen 200-300 Menschen dort versammeln haben.
Es ist recht kalt und das Geschäft mit
Pudelmützen und warmen Decken brummt. Für den Mitteleuropäer eher kein Problem
gestaltet sich das Ganze für die Einheimischen eher zu einer Zitterpartie. Aber wir
stehen ja dicht gedrängt und können uns so gegenseitig etwas Wärme spenden.
Alle warten geduldig auf den Sonnenuntergang. Bald beginnt sich auch der Vulkan Semeru aus
der Dunkelheit abzuzeichnen, der alle zwanzig Minuten eine gigantische Rauchwolke
ausstößt.
Und dann ist es endlich so weit: Die Sonne aufgehende Sonne taucht den Himmel in bizzare
Rot-, Orange- und Gelbtöne. Die Leute sind ganz verzückt und fotografieren wie die
Wilden.
Aber nach fünf Minuten ist das ganze Spektakel leider vorbei und die meisten Leute
trollen sich wieder.
So ganz kann ich das nicht verstehen, denn man braucht den Blick nur 90° nach rechts
schweifen zu lassen und hat einen für meinen Geschmack noch viel besseren Blick in den
von Morgennebeln durchzogenen Riesenkrater des Mt. Bromo, aus dem sich weitere Nebenkrater
wie kleine Pyramiden erheben. Ich kann mich gar nicht satt
sehen an diesem Panorama: Man glaubt auf einem anderen Planeten zu stehen. Aber es liegt
noch einiges vor uns, denn wir wollen noch in den Krater hinab fahren. Also geht es wieder
zurück zum Jeep, an dem wir erst mal vor lauter Begeisterung vorbei latschen. Also
umdrehen und wieder bergan, bis wir die grüne Klapperkiste finden.
Mit lautem Krachen legt der Fahrer den Gang ein! Und dann sausen wir auch schon die
Straße wieder hinunter, die sich in engen Serpentinen halsbrecherisch 500 Höhenmeter
nach unten windet. Die letzten paar Meter tauchen wir dann in den Nebel ein, der den Boden
des Kraters bedeckt.
Der lichtet sich aber langsam und bald ist der Punkt erreicht, wo die Ponytreiber den
ahnungslosen Touristen auflauern, um diese durch das Sandmeer weiter zu
"befördern".
Auf dem Rücken der schmächtigen Tiere kann man bis zu einer Treppe reiten, die über 200
Stufen zum Kraterrand hoch führt. Aber man kann die paar Meter auch laufen, was wir dann
auch tun. Oben angekommen ist dann erst mal "dicke Luft" angesagt, denn der Wind
bläst Schwaden von Schwefelrauch über den Rand. Nachdem man sich erst mal einen Weg
durch die Menschenmassen, die natürlich gleich alle neben der Treppe stehen bleiben, um
einen Menschnstau zu erzeugen, gebahnt hat, kann man das Ganze dann richtig geniesen.
Leider ist die Zeit etwas knapp bemessen und wir können nicht allzu lange oben bleiben.
Für eine Kraterumrundung hätte man eine Stunde einplanen müssen und die haben wir
leider nicht, denn am frühen Nachmittag startet unser Flieger schon wieder nach Bali... |
|
 |
|
|
|
 |
|