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Die Besteigung des Gunung Agung |
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Mit 3142 m ist der von den Balinesen zum Sitz der Götter erkorene Vulkan
Gunung Agung, der zur Zeit nur auf "kleiner Flamme köchelt", der höchste
Gipfel der Insel. Der recht steile Aufstieg, der abschnittsweise über loses Lavagestein
führt, erfordert zwar eine gute Kondition, kann aber auch ohne größere bergsteigerische
Erfahrung unternommen werden.
Da sich der unmarkierte Pfad im Bergdschungel und der Gipfelregion oft verzweigt,
empfiehlt es sich, einen Guide anzuheuern. Gipfelstürmer, die den Panoramablick vom
Gunung Agung genießen wollen, brechen spätestens gegen zwei Uhr morgens auf, denn im
Laufe des Vormittags hüllt sich das Agung-Massiv in ein dichtes Wolkenkleid. Zur
Ausrüstung gehört eine gute Taschenlampe. Nicht vergessen darf man genügend
Trinkwasser, denn unterwegs gibt es keine Quellen oder Bäche. Die besten, weil
trockensten Klettermonate sind Mai bis September.
Zwei Trekking-Routen führen auf den Gunung Agung. Der leichtere, kürzere südliche
Aufstieg beginnt am Pura Pasar Agung. Den Tempel 1500 m über dem Meeresspiegel erreicht
man vom Dorf Selat auf einer etwa 10 km langen, sehr holprigen, aber von robusten Autos
befahrbaren Straße. Den Weg vom Tempel zum Kraterrand des Agung-Vulkans bewältigt man
bequem in fünf Stunden, zurück geht's in drei bis vier Stunden. Das große Manko der
Südroute besteht darin, daß man die höchste Spitze des Agung-Kraters nicht erreicht.
Geländekungige Führer findet man in den Dörfern Selat und Sebudi, eventuell auch beim
Pura Pasar Agung.
Obwohl länger (Aufstieg sieben bis acht Stunden, Abstieg fünf bis sechs Stunden),
bevorzugen die meisten Bergwanderer die Route, die 950 m hoch an der Südwestflanke des
Gunung Agung beim Pura Besakih beginnt. Ausgangspunkt ist der Pura Panataran Agung, der
Haupttempel der Besakih-Anlage. Nach einer halben Stunde erreicht man den Pura Gelap und
nach weiteren 30 Minuten den Pura Pangubengan - beide Heiligtümer gehören noch zum
ausgedehnten Areal des "Muttertempels". Bald danach geht der Weg fast in die
Direttissima über und man kann als Westler nur noch staunen, wie behende die
einheimischen Führer in Plastikschlappen auf dem glitschigen Lehmpfad gipfelwärts
stürmen.
Jenseits der Baumgrenze in 2500 m Höhe passiert man nach sechs Stunden Kori Agung, eine
Felswand und den symbolischen Eingang zur heiligen Gipfelregion des balinesischen Olymp.
Nach der Überquerung eines Geröllfelds muß man sich rechts, also ostwärts halten.
Über einen Bergkamm, zu dessen beiden Seiten Lavafelder steil abfallen, erreicht man nach
zwei weiteren Stunden den Gipfel.
Für die Strapazen des Aufstiegs entschädigt ein phantastischer Cinemascopeblick über
die Ostregion von Bali bis hinüber zum Gunung Rinjani, dem heiligen Berg der Insel
Lombok. Oben eröffnet sich ein überwältigender Blick in die etwa 100 m steilwandig
abfallende Caldera, in der sich Wolken- und Nebelfetzen mit Schwefeldämpfen vermischen,
die aus Solfataren aufsteigen. |
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