 |
 |
|
 |
|
Rio de Janeiro |
|
|
Am 13. September 2000 gegen 20:30 Uhr startet Varig Flug 743 von München nach São Paulo und Rio de
Janeiro.
Nach 12 Stunden landen wir in den frühen Morgenstunden in São Paulo und nach knapp 2
Stunden Stop geht es nach Rio weiter. Dort ist ein Transfer gebucht, der uns vom Flughafen
zum Hotel Royalty an die Copacabana bringt.
Bereits am frühen Vormittag können wir unser Zimmer mit Aussicht auf einen Teil des in
Rio immer präsenten Stadturwalds beziehen.
Und dann geht's auch gleich mal an den Strand.
Die Sonne brennt nicht schlecht und nach 2 Stunden sieht der Gringo aus wie ein gekochter
Hummer. Und die Brandung ist so stark, daß einen die Wellen fast von den Füßen reißen,
obwohl kaum Wind geht.
Eine Lektion in Sachen Kriminalität haben wir auch gleich erhalten und ziehen um einige
Dollar ärmer wieder ins 500 m entfernte Hotel ab. Unsere Vorhaben so viel wie möglich
auf eigene Faust zu unternehmen wird somit untergraben und wir beschließen in Rio
vornehmlich an geführten Touren teilzunehmen.
Also buchen wir für den Abend an der Rezeption einen Besuch des Fußballspiels Flamengo
Rio de Janeiro gegen Goias. Wir werden mit einem Bus am Hotel abgeholt und eine Tourguide
begleitet uns bis zu unseren Sitzplätzen im Maracana-Stadion, mit einem Fassungsvermögen
von 150.000 Zuschauern das größte Stadion der Welt. Das Spiel endete 3:1 für Flamengo
und unter den geschätzten 30.000 Zuschauern herrschte ausgelassene Sambastimmung. Eine
Blaskapelle heizte in unserem Block den Massen kräftig ein. Und auch das Spiel konnte
sich sehen lassen: Gelbe und rote Karten, kaum taktische Zwänge und ein wahnsinniges
Tempo, das beide Teams über die 90 Minuten gingen. Gegen 23:30 waren wir wieder im Hotel.
Am nächsen Tag tauschten wir ein paar Real und buchten im angeschlossenen Reisebüro
gleich wieder eine Tour für den Nachmittag. Mit Bus und Zahnradbahn wollten wir auf den
berühmten Corcovado fahren. Auch hier holt uns wieder ein Bus direkt vor dem Hotel ab.
Zuerst klappern wir weitere Hotels in Copacabana und Ipanema ab. Eigentlich ist es gar
nicht so weit bis zur Talstation der Zahnradbahn, aber die Fahrt durch die verwinkelte und
verkehrsplanerisch in der Steinzeit stehen gebliebene Stadt dauert eine Ewigkeit. Dort
steht auch gleich ein Zug bereit und durch den Dschungel fahren wir in etwa 15 Minuten auf
den 710 m hohen Gipfel des Corcovado. Trotz des etwas trüben Wetters genießen wir eine
tolle Aussicht auf die Stadt. Einfach Wahnsinn! Noch am späten Vormittag war der
Corcovado von Copacabana aus noch nicht mal zu sehen.
Richtung Norden erkennen wir das Maracana-Stadion, im Osten den Zuckerhut mit den
Stadtteilen Flamengo und Botafogo und Richtung Süden erstrecken sich die endlosen
Strände von Copacabana, Ipanema und Leblon sowie die Lagune und die Rennbahn. Rio hat von
der Natur alles erhalten, was zu vergeben war. Doch wenn man durch die Straßen läuft und
etwas genauer hinschaut, hat man nicht allzu viel draus gemacht.
Tags drauf wollen wir auf den Zuckerhut fahren. Wieder mal ohne einen einzigen Real in der
Tasche machen wir uns auf den Weg, denn alle Wechselstuben hatten samstags und dann auch
sonntags geschlossen. Das letzte Geld hatten wir abends zuvor in einem kleinen Restaurant
in Steak und Bier umgewandelt.
Entlang der Copacabana bummeln wir in nördlicher Richtung und kommen nach etwa 5 km an
der Talstation der Seilbahn auf den Zuckerhut an. Das Bezahlen mit US$ macht keine
Probleme und ein paar Minuten später sind wir bereits an der Mittelstation angelangt.
Dort steigen wir gleich in die nächste Kabine und dann sind wir auch schon oben. Es
empfängt uns ein relativ kalter Wind und die Aussicht ist etwas durch tiefhängende
Wolken beeinträchtigt. Aber die Sicht bessert sich allmählich uns so kommt doch noch ein
paar schöne Fotos zustande.
Tags darauf wollen wir eine der Rio vorgelagerten tropischen Inseln besuchen, aber der Typ
im Reisebüro rät uns davon ab. Das Wetter soll schlecht werden. Und es wurde auch
schlecht. Den ganzen Sonntag schifft es und man konnte nur in Hotel und Kneipen
rumhängen. An der Copacabana wurde wie an jedem Sonntag die nordwärts führende Straße
für den Straßenverkehr gesperrt, aber das hätte es heute nicht nötig gehabt. Nur ein
paar Unentwegte gingen irgend einer Form der sportlichen Betätigung nach. Selbst die
sonst allgegenwärtigen Straßenhändler hatten sich verzogen, die den Touristen
spätestens an seinen Birkenstock-Gesundheitssandalen erkennen und ihm dann allerlei Mist
andrehen wollen. Die ganze Palette ist da vertreten: T-Shirts, Sonnenbrillen, Erdnüsse,
Autoschilder, Getränke usw.
Am Montag bringt uns ein taxiähnliches Gefährt zum Flughafen. Selbst bei den
Einheimischen werden im allgegenwärtigen Stau die Türen per Zentralverriegelung
geschlossen. Der Preis liegt bei 40 Real, also gut 50 DM und ist ok. Die gelben Taxis sind
etwas billiger, ziehen dann aber am Flughafen ein Blatt Papier aus der Tasche und fordern
noch einmal den gleichen Fahrpreis für die Rückfahrt in die Stadt. Dann ist man mit 70
Real dabei! Bestätigen können wir das nicht, es wurde uns aber beim Transfer vom
Flughafen zum Hotel so von unserem Chauffeur erzählt.
Der Flieger nach Salvador da Bahia geht natürlich nicht wie geplant sondern erst 1½
Stunden später. So haben wir wieder eine Menge Zeit auf einem eher langweiligen
Flughafen. |
|
 |
 |
 |
|
Salvador da Bahia |
|
|
Nach knapp zweistündigem Flug kommen wir am frühen
nachmittag in Salvador an und nehmen gleich ein Taxi, das uns für 20 Real zum Hotel
Catussaba bringt. Hier beziehen wir unser Zimmer ohne Pool- und Meerblick. Das war in der
gebuchten Kategorie einfach nicht drin. Aber die gesamte Anlage ist fantastisch direkt am
Ozean gelegen. Am Swimmingpool gibt es eine kleine Bar. Und dort wiederum kühle
Getränke, die vom Preis her auch nicht abgehoben sind. Ein Bier kostet 2 und ein
Caipirinha 3,50 Real. Das ist ok, da im Kühlschrank auch noch eine Flasche Johnny Walker
für diverse Drinks bereit steht.
So kann man den ganzen lieben langen Tag abhängen, mal ein Bierchen, mal ne Runde im Pool
drehen oder auch mal in den warmen Atlantik steigen.
Große Ausflüge sind nicht geplant, es ist nur Faulenzen angesagt. Morgens gibt es ein
üppiges Frühstücksbüffet, das dann bis zum Abend vorhält und dann ist schon wieder
Büffetzeit. Von 19 bis 23 Uhr kann man sich den Magen nach Herzenslust vollschlagen. Dazu
ein kühles Bierchen in der lauen Abendluft - so läßt es sich leben.
Aber einen Ausflug unternehmen wir dann trotzdem: Mit dem Bus fahren wir nach Salvador da
Bahia, der alten Hauptstadt Brasiliens.
Am Mercado Modelo werden wir abgesetzt und haben nun 4 Stunden Zeit um durch die
historische Altstadt Pelourinho zu schlendern. Mit dem Fahrstuhl fahren wir in die
Oberstadt und beginnen unseren Rundgang, der nach 2 Stunden vor einer Kneipe bei einer
Flasche Heineken endet. Das Weltkulturerbe ist ziemlich heruntergekommen. Die meisten der
Kirchen sind vom Schimmel befallen, sicherlich auch ein Tribut an das feuchtwarme Klima.
Dagegen müssen ganze Straßenzüge mit Stahlgerüsten gestützt werden, um ein Umkippen
der Häuserruinen zu verhindern. Aber dazwischen taucht auch immer mal ein restauriertes
Gebäude auf. Dieses läßt natürlich die anderen dann noch schäbiger aussehen. Aber das
Ganze hat schon seinen Reiz, auch wenn man von oben mehr "ausgebombte" Ruinen
als bewohnbare Häuser ausmacht.
Aber was heißt schon bewohnbar: Selbst in den schlimmsten Ruinen hausen noch Menschen und
haben es allemal besser als der zerlumpte Mann, der einen Karren aus alten Autofelgen
scheppernd über das Pflaster der Altstadt zog.
Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Bus ins Hotel zurück und für den Rest des
Aufenthalts ist dann nur noch relaxen angesagt.
Ein geplanter Shoppingausflug fällt dem allgemeinen Unwohlsein zum Opfer, das mir den
letzten Urlaubstag verhagelt.
Und dann sind die insgesamt 10 Tage auch schon wieder vorbei. Am 23. September fliegen wir
über São Paulo zurück nach München, wo wir am Nachmittag des Sonntag ankommen... |
|
 |
|
|
|
 |
|