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Lago Argentino |
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Nach der Runde um die Torres del Paine steht erst mal ein Waschtag in
Puerto Natales an. Die Schmutzwäsche wird in eine Wäscherei gegeben und kann nachmittags
wieder abgeholt werden. Dazwischen kehren wir ein paar mal ein und lassen es uns gut
gehen. Neben Capucchino gibt's auch das eine oder andere Bier. Und zum Abendessen dann
endlich was Gescheites: Große Lachssteaks mit Pommes.
Die Tickets für die Fahrt nach El Calafate haben wir auch in der Tasche und dann kann es
am nächsten Morgen eigentlich losgehen. |
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El Calafate |
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Die ganze Nacht hatte es wieder geregnet und der aufs Dach trommelnde
Regen zwang wieder dazu, im Zimmer die Ohrstöpsel zu benutzen. Aber morgens hört es auf
zu regnen und wir marschierten zum Busbahnhof von "Buses Sur". Pünktlich 7:30
Uhr fährt der Kleinbus Richtung Argentinien ab. Nach einer ¾ Stunde ist die kleine
Grenzstation Cerro Castillo erreicht und wir bekommen unsere Ausreisestempel in den Pass
gedrückt. Ein paar Kilometer weiter an der argentinischen Grenzstation gibt's dann wieder
die Einreisestempel. Die ganze Prozedur dauert für die 20 Personen eine ganze Stunde.
Die Landschaft war ziemlich eintönig und die Straße schlechter als in Chile. Über die
Ruta 40 kamen wir ein paar Stunden später wieder an eine Asphaltstraße, die in
westlicher Richtung bis nach El Calafate führt. Im
leichten Regen erreichen der Bus die Stadt und es beginnt die Suche nach einer Unterkunft.
Gleich hinter dem Busbahnhof liegt das Hostal "Lago Argentino" wo wir unsere
Zelle beziehen. In der Tat ähnelt die Unterkunft einem Zellentrakt in einem Gefängnis!
Gemeinschaftstoiletten, Duschen und Waschräume, dazu 4er Zimmer mit je zwei
Doppelstockbetten und Wandschränken im Flur, denn in den Zimmern ist für Rucksäcke oder
Taschen kaum Platz.
In einem Reisebüro buchen wir dann einen Ausflug für den nächsten Tag: Mit einem Schiff
sollte es über den Lago Argentinien zu den größten Gletschern des Nationalparks gehen!
Glaciar Spegazzini, Laguna Ornelli und Glaciar Upsala!
Nach einem langen anstrengenden Tag verschwinden wir zeitig in unserer "Zelle",
denn bereits 7:15 wird uns der Bus am Hostal abholen. |
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Nationalpark Los Glaciares |
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Nach dem mickrigen Frühstück steht auch schon der Bus vor der Tür und
es kann losgehn. Das Wetter ist mies, es nieselt und wenn es so bleibt wird sich wohl der
ganze Tag unter Deck abspielen müssen.
An verschiedenen Hotels werden weitere Teilnehmer der Tour abgeholt und auf schlechter
Straße rumpelt der Bus zum Hafen. Nach einer ¾ Stunde sind wir dort. Es wäre aber auch
schneller gegangen, wenn der Fahrer den zweiten Gang gefunden hätte. Nach 20 Peso pro
Person Eintritt dürfen wir aufs Schiff und es kann losgehen. Und siehe da: Die Wolken
verziehen sich und die Sonne kommt hervor. Wer hätte das gedacht!
Nach wenigen Minuten passieren wir eine kleine Felseninsel, auf der ein Kondor sitzt. Er
ist aber kaum zu erkennen, da er wie angewachsen sitzt und sich nicht bewegt. Aber es war
zumindest einer!
Das Wetter wird immer besser und bald tauchen die ersten Eisberge auf, die im See treiben.
Der erste Größere sieht aus wie ein Elefant und wird von unserem Boot gleich einmal
umrundet. Auf Deck clicken die Kameraverschlüsse ununterbrochen, hat sich doch der
Regentag zum Kaiserwetter gemausert. Stahlblauer Himmel und weiße Wolken, dazu
strahlender Sonnenschein, der die immer größer und mehr werdenden treibenden Kolosse in
allen Blautönen schimmern läßt. Das Eis ist teilweise Dunkelblau und zeigt damit an,
daß es unter enormen Druck stand.
In geschützten Buchten sammeln sich dann Unmengen von Eisbergen, die sich ineinander
verkeilen und dann langsam vor sich hin schmelzen.
Dann erreichen wir den ersten Gletscher - den Spegazzini. Auf einer Breite von ca. 1 km
bricht er in den Lago Argentino ab. Die Eismauer ist durchschnittlich 80 m hoch, erreicht
aber an den höchsten Stellen 135 m. Damit ist der Spegazzini der höchste Gletscher
des Nationalparks und ist an dieser Stelle nur 20 m niedriger als der Kölner Dom. Mit ein
wenig Glück konnten wir auch das Kalben des Gletschers beobachten. Mit einem Krach löst
sich ein großer Brocken und stürzt ins Wasser. Nach ein paar Sekunden schießt er wieder
nach oben. Aber die Flutwelle kann uns in sicherer Entfernung von 400 m natürlich nichts
anhaben.
Leider bleibt es bei diesem einen
Bruchstück und nach etwa einer halben Stunde verlassen wir den kleinen Fjord und nehmen
Kurs auf die Laguna Onelli. Am Ufer der kleinen Lagune, die man nach einer Viertelstunde
Spaziergang erreicht, kann man ein schönes Picknick machen. Da die Zeit aber begrenzt
ist, marschieren wir nach einer kleinen Runde entlang des Sees wieder zum Schiff zurück.
Nach dem Ablegen liegt der größte Gletscher des Nationalparks noch vor uns - der Upsala.
Er zieht sich über 60 km vom Campo de Hielo Sur bis hinunter an den See, wo er auf einer
Breite von 5-6 km mit einer 60 m hohen Abbruchkante endet. Er hat in den letzten Jahren
ungefähr 5 km an Länge verloren, was durch riesige Eisberge angezeigt wird, die die
Reste des ursprünglichen Gletschers markieren und nach Jahren noch nicht geschmolzen
sind. Zwischen den Eisriesen bahnt sich unser Boot seinen Weg zum Ende des Gletschers.
Aber näher als 500 m kommt man nicht heran, denn das Wasser ist mit Eisbergen übersäht.
Die Rückfahrt dauert dann geschlage 2½
Stunden. Und der Bus mit dem "einen Gang" sorgt dann dafür, daß wir es gerade
noch so zum Einkaufen in El Calafate schaffen, denn wir brauchen ja noch Provient für die
Fitz Roy Tour, die morgen in aller Frühe mit einer Busfahrt nach El Chalten starten wird.
Zum Abschluß des Tages gönnen wir uns aber noch ein Abendessen in einem gut gefüllten
Steakhouse an der Hauptstraße. Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit mußten wir erst mal
15 Minuten auf einen freien Tisch warten, ehe wir uns dann ein Riesensteak bestellen
konnten. Weit nach Mitternacht fallen wir todmüde mit überfülltem Magen ins Bett. |
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