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Torres del Paine Trekking - Anreise |
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Nachdem ich am Münchner Flughafen an der falschen Station aus dem
Zubringerbus ausgestiegen war, konnte ich gleich mal meine Sherpa-Qualitäten testen und
mit dem vollen Rucksack durchs ganze Terminal hetzen.
Da ich noch eine leichte Grippe hatte sah ich zu, so schnell wie möglich einzuchecken,
denn ich wollte unbedingt einen Gangplatz für den langen Flug haben. Das hat auch
geklappt und nach einem Besuch der Flughafenapotheke und einer "Notbehandlung"
gegen meinen Durchfall konnte es eigentlich losgehen.
Mit einer 1½ stündigen Verspätung startet der Airbus A320 dann endlich nach Madrid, das
er mit Ach und Krach erreicht. Die Betonung liegt auf Krach, denn der Pilot hat den Jet
bei stürmischem Winde heftig aufgesetzt. Kurz vor der Landung erwischte uns noch eine
Böe, die das Flugzeug fast mit der linken Tragfläche auf die Betonpiste drückte und
einige Passagiere zu den Tüten greifen ließ.
Der Transatlantikflug in dem super ausgerüsteten Airbus A340 von LAN Chile (Videosystem
pro Sitzplatz in der Economy-Class) landet pünktlich in Santiago.
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Santiago |
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Nun sitze ich bei einem Schop und warte auf die anderen beiden, die mit
der Lufthansa etwas später ankommen werden.
Nachdem ich Dutzende von Taxifahrern abwimmeln konnte, die mich zu unschlagbar niedrigen
Preisen in die City fahren wollten, kamen Uschi und Zimmi und wir konnten zum nationalen
Terminal gehen. Wenn die Ticketbestellung per Internet erfolgreich war, werden wir jetzt
bei Angabe unserer Reisepaßnummer unsere Bordkarten bekommen. Und es hat super geklappt!
Der Fensterplatz im Flugzeug war kaum von Bedeutung, denn die Sicht war ohnehin miserabel.
Nach einer Zwischenlandung im verregneten Puerto Montt erreichen wir nach weiteren zwei
Stunden Punta Arenas, Chilens Tor zur Antarktis.
Mit einem Bus von Pacheco fahren wir in die
Stadt und werden von Marisol - dank Internet und e-Mail - wie verabredet abgeholt. Abends
sind wir noch zu Lomit's gegangen und haben dort noch ein Bierchen getrunken und einen
Churrasco gegessen. Es war sehr kalt und windig! |
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Punta Arenas |
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Nach dem Frühstück kauften wir im Supermarkt für unsere Trekkingtour
ein. Das Ganze dauerte seine Zeit, da wir uns nicht so recht entscheiden konnten, ob wir
jeden Tag Spaghetti oder auch mal etwas anderes essen wollten. Aber dann war es endlich
geschafft und nach dem Besorgen von Gaskartuschen und Benzina Blanca war es auch schon
wieder Zeit für ein kühles Bierchen vom Faß.
Aber nur eines! Denn die Rucksäcke wollten noch für die erste Trekkingtour gepackt
werden. Leider war das Ergebnis nicht so recht zufrieden stellend: Es mußte so gut wie
alles mitgenommen werden, was auch schon den weiten Weg über den Atlantik angetreten
hatte. Und natürlich war auch noch der Proviant einzupacken!
Am Abend gegen 6 Uhr wurden wir vor dem Hostal abgeholt, um an einer kleinen Tour zur
Pinguinera am Seno Otway teilzunehmen. Nach 75 km Fahrt auf teils recht staubiger Piste
kamen wir weit vor der Abenddämmerung dort an und konnten einen ganzen Haufen dieser
lustigen Burschen mit ihrem fast erwachsenen Nachwuchs beobachten. Man kann sich den
Pinguinen auf ca. 2 Meter Entfernung nähern, ohne daß sie unruhig werden. Die Vögel
sind ganz schön neugierig und haben sich an die Gegenwart von Menschen schon gewöhnt.
Laut Infotafel sollen sich hier bis zu 10.000 Magellan-Pinguine aufhalten. Also, der
Ausflug hat sich voll gelohnt und kann jedem wärmstens empfohlen werden. |
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Puerto Natales |
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Tags darauf stehen wir 6:30 auf, frühstücken und werden dann von Marisol
zur Busstation von Fernandez gefahren. Die Tickets nach Puerto Natales und weiter zum
Nationalpark Torres del Paine hat sie uns schon am Vortag besorgt.
Die Fahrt bis Puerto Natales dauert drei Stunden und führt durch die Pampa, die hier
ihren Namen nicht zu Unrecht trägt. Aber ab und zu fallen einem auch die
Augen zu und ehe man es sich versieht ist man auch schon dort. Das Wetter war ganz ok,
kein Regen und ab und zu etwas Sonnenschein. In Puerto Natales hatten wir genug Zeit für
einen Stadtbummel, nachdem wir die Rucksäcke im Büro der Busgesellschaft untergestellt
hatten. 14:30 fuhr dann der Bus weiter zum Park; die Tickets hätten wir auch hier noch
kaufen können - etwas billiger wären sie obendrein auch noch gewesen!
Aber so schlimm war das auch wieder nicht, denn der Bus rumpelt ohnehin durch und in den
nächsten Tagen werden wir sicherlich noch genügend Gelegenheiten für ein schönes Foto
finden.
Nachdem der Eintritt bezahlt war konnte es losgehen: Die Rucksäcke wurden geschultert und
wir nahmen die ersten 7 km in Angriff. Großzügigerweise verzichteten wir auf die
Benutzung des Kleinbusses, der bis zur Hosteria Las Torres fährt. Der Weg war zwar
staubig, aber dafür gewann man einen ersten schönen Eindruck vom Nationalpark, denn die
"Torres" hatten wir auf den ersten 1½ Stunden unserer Trekkingtour immer im
Auge, auch wenn die Spitzen etwas wolkenverhangen waren. Abends machten wir uns dann über
unseren Proviant her und löffelten einen leicht versalzenen Curry-Reis. Aber zu unserem
Glück fand sich "zufälligerweise" noch eine Flasche Ballentines in meinem
Rucksack. Nach einem guten Whisky fiel das Einschlafen nicht allzu schwer ... |
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Etappe 1: Las Torres - Camp Torres -
Las Torres (8,5 km - 5:00 h) |
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Um so langsam ins "Laufen" zu kommen, haben wir am ersten Tag
eine Tour zum Mirador Torres geplant. Trotz
verregneter Nacht starten wir bei nicht ganz optimalem Wetter in der Hoffnung, daß sich
alles zum Besten wenden wird, denn beim Frühstück riß die Wolkendecke auf und gab den
Blick auf die Torres frei.
Hinter der Hosteria durchquerten wir den Rio Ascensio auf einer Hängebrücke und steigen
im Tal gleichen Namens steil bergan.
Bis uns, oben angekommen, der Regen ganz schön ins Gesicht klatscht. Also wurde erst mal
die komplette Regenausrüstung angelegt!
Aber trotzdem gingen wir weiter, heißt es doch, daß sich hier das Wetter binnen einer
halben Stunde gänzlich ändern kann. Aber an diesem Tag war das eher nicht der Fall.
Vom Camp Chileno aus gingen wir zwar noch bis zum Beginn der Geröllmoräne, die sich zu
den Torres hochzieht, aber man konnte rein gar nichts mehr sehen.
Der Regen wurde in Schwaden durch das ganze Tal gepeitscht; die Regentropfen kamen uns von
vorn quasi entgegen geflogen.
Die bereits von oben kommenden Wanderer bestärken uns in unserem Entschluß umzukehren.
Während einer kleinen Regenpause legen wir noch eine kurze Rast ein.
Über uns glänzte der Gletscher des Monte Almirate Nieto in der Sonne und selbst die
Painetürme tauchten einmal schemenhaft aus den Wolken hervor. Aber nach 5 Minuten war das
Spektakel vorbei und es herrschten wieder Regen und Sturm.
In der Hoffnung auf eine erneute Chance am Ende der Runde um das Paine-Massiv erreichten
wir den Campingplatz nach 5 Stunden Gehzeit. |
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Etappe 2: Las Torres - Camp
Seron - Camp Coirón (23,0 km - 7:30 h) |
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Halb 8 war Wecken angesagt, denn heute erwartete uns zumindest die
längste Etappe des Circuito. Das Wetter glich dem des Vortages, auf dem Campingplatz
schien die Sonne und in den Tälern regnete es. Dadurch konnte man immer wieder schöne
Regenbogen beobachten. Nach 1¾ Stunden verließen wir das Camp schwer bepackt Richtung
Rifugio Torres und dürfen sogleich wieder steil bergan steigen. Oben angekommen bietet
sich ein letzter Blick auf die Torres, die weiß gepudert in der Sonne strahlen. Der weitere Weg führt durch alten
Waldbestand sacht auf und ab. Die Bäume oder das was von ihnen übrig geblieben ist sehen
teilweise ziemlich bizarr aus. Nachdem der höchste Punkt auf dem Weg zum Camp Seron
überschritten ist, geht es ständig bergab in die Schwemmlandebene des Rio Paine hinuner.
Auf einer von Margeriten übersäten Wiese zieht sich der Weg entlang des Flusses weiter.
Ab und an ist ein kleiner Fluß zu überqueren, aber da der Wasserstand niedrig war
blieben die Füße trocken. Nach vier Stunden erreichen wir das Camp Seron und machen eine
Brotzeit.
Natürlich beginnt es wieder zu nieseln und die Rast fällt entsprechend kurz aus. Entlang
des Rio Paine wandern wir weiter durch die Ebene und nach einer weiteren Stunde erreichen
wir eine kleine Lagune, hinter der es dann heftig aufwärts dem höchsten Punkt der Etappe
entgegen geht.
Oben angekommen bläst mich der Wind um und dabei verabschiedet sich mein rotes
"Rucksackkondom" mit einem Blob in die Weiten Patagoniens. 15 fliegen
davon ...
Ein paar hundert Meter weiter finden wir aber einen windstillen Platz zum Rasten und
genehmigen uns eine Tafel Ritter Sport. Die Aussicht über den Lago Paine ist grandios.
Linker Hand können wir bis zum Glaciar Los Perros schauen, den wir morgen erreichen
wollen. Daneben türmen sich Cerro Amistad und Cerro Paine Chico auf, rechts davon kann
man die Ausläufer des Glaciar Dickson erkennen.
Wieder im Windkanal angekommen bläst es uns der kalte Wind kräftig um die Ohren. Man
merkt schon, daß er aus dem Kühlschrank Patagoniens, dem südlichen Eisfeld Campo de
hielo sur, bläst. Nach weiteren 1½ Stunden erreichen wir endlich Campamento Rio Paine,
ehemals Coirón. |
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Etappe 3: Camp Coiron - Los Perros
(19,0 km - 7:30 h) |
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Da der patagonische Sommer bis spät in den Abend hinein ausreichend
Tageslicht bietet, braucht man es mit dem zeitigen Aufstehen nicht gerade übertreiben.
Nach dem Abtrocknen der Zelte nehmen wir die nächste Etappe in Angriff. Durch die Ebene des Rio Paine läßt
sich angenehm laufen und der Rücken hat sich langsam an das Gewicht gewöhnt. Wir kommen
also schnell vom Fleck!
Links können wir noch einmal zwei der Torres ein letztes Mal sehen. Erst zum Ende der
Runde werden sie wieder in unser Blickfeld kommen. Dann geht es über einen Wall und schon
haben wir ein ganz anderes Panorama vor uns: Lago Dickson, Glaciar Dickson und davor auf
einer Wiese das Rifugio.
Nach einem ziemlich steilen Abstieg erreichen wir das Camp, legen erst mal eine Rast ein
und genießen den Ausblick auf die gegenüber liegende Bergwelt des Paine-Massivs mit dem
Cero Cabeza del Indio, dem Indianerkopf. Deutlich läßt sich das Profil eines
Indianerkopfes mit weißem Stirnband erkennen. 
Dann ergänzen wir noch unsere Vorräte um ein paar Brötchen und wandern durch
wunderschönen Bergurwald Richtung Los Perros weiter. Es war wie in einem Märchenwald!
Der Wind pfiff durch die Baumwipfel und es knarrte an allen Ecken und Enden.
Man hatte den Eindruck, daß die Bäume ein Gesicht haben und bald zu Sprechen beginnen...
Nach dem Überqueren zweier Hängebrücken erreichen wir schließlich die ehemalige
Endmoräne des Glaciar Los Perros. Oben angekommen stehen wir über dem mit Eisbrocken
übersäten Gletschersee und uns bläst wieder ein eisiger Wind ins Gesicht. Also nicht's
wie die Jacke drüberziehen, denn wir haben geschwitzt und wollen uns nicht gleich den
Rest holen.
Von hier sind es lediglich noch 20 Minuten bis zu dem in einem Waldstück gelegenen Camp.
Zum Abendessen gibt es zum dritten Mal in Folge Spaghetti mit Tomatensoße und
Parmesankäse. Eine etwas zu kräftig geratene Rinderbrühe entpuppt sich als biologisch
abbaubares Abführmittel allererster Güte. Glücklicherweise war die Toilette gerade
frei, sonst wäre es im wahrsten Sinn des Wortes in die Hose gegangen! |
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Etappe 4: Los Perros - Campamento Paso
(8,0 km - 6:00 h) |
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Heute liegt die anspruchsvollste Etappe des Circuito vor uns: Über den
Paso Garner, mit 1241 m höchster Punkt, wollen wir bis zum Camp Paso gehen. Das sind zwar
nur um die 8 km, aber diese sind mit 4-6 Stunden angegeben.
Nachdem wir zuerst zügig durch den Bergwald vorwärts kommen erreichen wir wenig später
die ersten moorigen Passagen. Bei der nächstbesten Gelegenheit ziehe ich meine Gamaschen
drüber. Aber wieder mal einen Tick zu spät, denn ich sehe bereits wie ein
Schwarzfußindianer aus. Die schlammigen Abschnitte wechseln sich mit mit kurzen giftigen
Auf- und Abstiegen in trockeneren Bereichen ab. Jetzt wissen wir, warum man für die paar
Kilometer so lange braucht.
Nach der Überquerung des Rio Paso haben wir endlich offenes Gelände erreicht und
könnten jetzt wieder ausschreiten - wenn es nicht so heftig aufwärts gehen würde. Noch
eine letzte kurze Rast und ein Kalorienschub in Form einer Tafel Ritter Sport für uns
Drei läßt uns quasi nach oben "fliegen".
Und dann stehen wir ganz oben! Vor uns liegt majestätisch der Grey-Gletscher, der sich in
einer Länge von über 20 km ausgehend vom patagonischen Inlandeis bis in den Lago Grey
erstreckt. Und er muß an dieser Stelle wohl auch ein paar Kilometer breit sein!
Der Wind hat wieder stark zugenommen und pfeift eiskalt vom Gletscher hoch. Deshalb
steigen wir noch ein paar Meter ab, ehe wir eine längere Pause einlegen, um die
fantastische Aussicht zu genießen. Etwas oberhalb der Baumgrenze ist der Blick auf den
Gletscher noch schöner als von ganz oben. Also sollte man nicht bereits alle
Fotos oben am Paß verschießen!
Anstrengender als der Aufstieg gestaltet sich dann der Weg nach unten. Auf 2 km Weglänge
sind sage und schreibe fast 800 Höhenmeter abzusteigen. Das geht mit den 20 kg auf dem
Rücken ganz schön auf die Knochen. Die Steilheit der Passagen macht ein sehr
vorsichtiges Gehen erforderlich. Denn, wer hier zu Fall kommt, holt sich sicherlich ganz
gewaltige Beulen.
Aber wer jetzt glaubt, daß er es geschafft hat, irrt gewaltig! Umgestürzte Baumstämme,
rutschige Wurzeln und ein ständiges Auf und Ab mit extrem starken Steigungen erschweren
das Vorwärtskommen. Außerdem sind einige tief ausgewaschene Schluchten, sogenannte
Quebradas, zu durchqueren. Hier bieten sich dann aber wiederum
schöne Ausblicke auf den Gletscher, der sonst nur schemenhaft durch den dichten Wald
schimmert.
Ziemlich ausgepumpt erreichen wir nach 6 Stunden das Camp und schlagen unsere Zelte auf.
Leider hat man kaum Aussicht auf den Gletscher, obwohl er sehr nahe ist. Lediglich ein
Zelt thront auf einem Vorsprung wie ein Schwalbennest über dem Gletscher. Wer allerdings
noch 5 Minuten weiter läuft findet einen Platz mit guter Sicht auf den Gletscher, aber
eigentlich außerhalb des Campingbereichs und ohne Wasser. |
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Etappe 5: Campamento Paso - Lago Grey
(6 km - 3:30 h) |
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So wie es gestern endete ging es heute weiter: Giftige Auf- und Abstiege
wechseln sich ständig ab. Dazwischen gilt es immer wieder umgestürzten Bäumen
auszuweichen und gewaltige Schluchten zu durchqueren. Wenn es hier mal richtig regnet geht
bestimmt die Post ab!
Von unbewaldeten Felsvorsprüngen aus
hat man immer wieder atemberaubende Ausblicke, ehe der Weg den Wald ganz verläßt und
oberhalb des Gletschers einen Steilhang quert. Bei starkem Wind ist das bestimmt nicht
ganz ungefährlich, denn ursprünglich gab es an dieser Stelle dichten Wald, der aber
abgebrannt ist. Da wir aber kaum Wind hatten konnten wir diesen Teil des Wegs wahrlich
genießen. Der Fotoapparat bekam kaum mehr eine Ruhepause. Hinter jeder Ecke bot sich ein
anderer Anblick, denn der Gletscherabbruch kam immer näher und mit ihm im Lago Grey
treibende große Eisbrocken.
An einer schönen Stelle legte ich den Rucksack ab und zwängte mich durch das Gebüsch um
den Gletscher zu fotografieren - nichtsahnend, daß nur wenige Meter weiter eine viel
schönere Stelle kam ...
Vorbei am Camp Los Guardias erreichten wir nach 3½ Stunden unser heutiges Ziel:
Campamento und Refugio Grey am gleichnamigen See gelegen.
Da unsere Rucksäcke noch recht schwer waren, gingen wir gleich zum Camp Grey und stellten
die Zelte auf. Den in unmittelbarer Nähe gelegenen Mirador können wir ja auch noch
später besuchen, so dachten wir jedenfalls. Aber bald zwang uns der jetzt einsetzende
Regen in die Zelte.
Am Nachmittag gönnte ich mir auch mal wieder ein Bierchen, obwohl es nicht gerade billig
war. Aber den Tee hatte ich so langsam satt. Nicht zu sprechen von den abendlichen
Spaghetti mit Tomatensoße und Käse.
Ich könnte mal wieder ein schönes medium gebratenes Steak oder ein Lachsfilet vertragen.
Aber das wird wohl noch bis Puerto Natales warten müssen... |
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Etappe 6: Lago Grey - Camp Italiano
(18 km - 6:30 h) |
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Da es auch noch morgens noch regnete blieben wir so lange wie möglich in
den Zelten liegen und beobachteten kleine Eisberge, die über den See an uns vorbei
trieben. Aber dann rafften wir uns doch auf und beschlossen loszugehen. Und die Idee war
nicht schlecht, denn das Wetter besserte sich und wir konnten die Zelte sogar in trockenem
Zustand verpacken. Auch etwas Brot konnten wir noch
erstehen, nachdem die Fähre anlegte und Proviant ausgeladen wurde.
Der Weg war zwar wie gestern zuerst durch ständiges Auf und Ab gekennzeichnet, bot aber
dafür immer schöne Ausblicke auf den See und den durch eine Felsinsel zweigeteilten
Grey-Gletscher.
So langsam nähern wir uns dem höchsten Punkt auf unserem Weg zum Lago Pehoé, einem
Felseinschnitt in 230 m Höhe. Die Landschaft wird jetzt etwas offenen und schon beginnt
der kräftige patagonische Wind zu blasen. Aber diesmal schiebt er uns den Berg hinauf!
Oben angekommen öffnet sich der Blick wieder Richtung Gletscher und auch zum südlichen
Ende des Lago Grey hin. Dort sammeln sich die Eisberge vor der Hosteria Grey.
Beschleunigt durch den kräftigen Schiebewind ist der weitere Weg bis zur Hosteria Pehoé
ein Kindespiel. Dort kaufen wir am Kiosk für die
nächsten Tage ein. Besonders Brot benötigen wr dringend. Und da die Sonne so schön
lacht machen wir gleich eine Pause und füllen uns den knurrenden Magen.
Über den Campingplatz setzen wir unsere heutige Tagesetappe zum Camp Italiano fort.
Natürlich geht es gleich wieder kräftig bergan.
Oben angekommen hat man aber einen fantastischen Ausblick über den Lago Pehoé, der in
der Sonne türkisgrün leuchtet. In der anderen Richtung kündigen sich die
wolkenverhangenen Cuernos an, die zart durch einen Regenschleier schimmern. Aber bis dahin
ist es noch ein weiter Weg. Der Wind holt uns hier oben fast von den Beinen und so sehen
wir zu, daß wir wieder vom Berg runter kommen. Entlang des brodelnden Lago Skottsberg
führt der Weg weiter. Windhosen jagen über das Wasser und reißen dieses Dutzende von
Metern in die Höhe. Ein grandioses Schauspiel! Am Westufer des Sees geht es eine halbe
Stunde weiter, bis der Weg über eine Geröllhalde den Río del Francés erreicht. 500 m
flußaufwärts überqueren wir ihn über eine neue Hängebrücke, die quasi direkt am
Zeltplatz liegt. Abends muß dann wieder unser Standardgericht her, denn es sind wieder
ein paar Kalorien nachzulegen. |
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Etappe 7: Camp Italiano - Valle
Frances - Los Cuernos (10 km - 7:00 h) |
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Wir haben verpennt! Da es in der vergangenen Nacht kräftige stürmte und
man von dem Geheule des Windes und dem Knirschen der Bäume fast taub wurde,
hatte ich meine Ohrstöpsel benutzt und das ist nun das Ergebnis. Aber ganz so schlimm ist es auch wieder
nicht, denn wir haben eigentlich nur einen Tagesausflug ins Valle Francés geplant.
Doch leider spielt das Wetter heute nicht so mit - nach wenigen Metern durch den Wald
erreichen wir offenes Gelände und müssen feststellen, daß die Gipfel in Wolken und der
erste Schauer schon wieder im Anzug ist.
Aber so leicht lassen wir uns doch nicht schocken und stiefeln weiter bergan, denn mit
einem leichten Tagesrucksack läßt es sich schön gehen.
Das Wetter ist weiterhin wechselhaft und wir kehren nach 1½ Stunden um. Von den
eindrucksvollen Bergen, die den Talkessel umschließen haben wir so gut wie nichts
gesehen. Wieder am Zeltplatz angekommen
beschließen wir noch bis zum nächsten Camp weiterzugehen, denn der Tag ist noch lang.
Bis zum Camp Cuernos hatten wir wieder mit dem starken Wind zu kämpfen, der das Wasser
des Lago Nordenskjöld zum Brodeln brachte.
Entsprechend langsam kamen wir auch vorwärts. Nach 4 Stunden kommen wir endlich am
Refugio an und suchen uns einen Platz für die Zelte. Aber die Auswahl war nicht allzu
groß - uneben und schief! Dafür genehmigten wir uns mal wieder eine heiße Dusche und
ein erfrischendes kühles Bier. Die Steaks aber müssen immer noch warten ... |
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Etappe 8: Los Cuernos - Las Torres
(10 km - 4:15 h) |
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Der nächste Morgen empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und
wolkenlosem Himmel. Während des Frühstücks konnten wir
ein paar Condore sehen, die hier an den Cuernos relativ häufig vorkommen. Man glaubt gar
nicht wie groß diese Vögel sind - Flügelspannweite bis zu 3,50 m.
Gegen Mittag machen wir uns dann auf die Socken um die letzte Etappe unseres Circuito in
Angriff zu nehmen. Entlang des Lago Nordenskjöld überqueren wir einige Bachläufe und
verlieren die Cuernos bald aus den Augen.
Der Weg zieht sich ganz schön und der Wind ist wieder unser ständiger Begleiter. Aber er
kommt von der Seite und stört uns deshalb nicht allzusehr. Nach 3:30 Stunden sind wir
dann am Abzweig eines Weges zum Camp Chileno angekommen und somit liegt Las Torres schon
in Reichweite. Der Weg wendet sich jetzt weiter nach links und somit bekommen wir den
Sturm wieder voll von vorn ab. Im Valle Ascensio überqueren wir wieder die uns bereits
vom ersten Tag bekannte Hängebrücke über den Fluß und haben somit die Runde geschafft.
Nach wenigen Gehminuten sind wir wieder auf dem Campingplatz und suchen uns einen
gescheiten Platz. Nach heißer Dusche steht bald unser Lieblingsgericht wieder auf dem
Speiseplan: Spaghetti, Tomatensoße und Parmesankäse!
Leider beginnt es wieder leicht zu nieseln und somit verschwinden wir lieber in unseren
Zelten. Bei schönem Wetter wollen wir es morgen noch einmal zum Mirador Torres versuchen,
ehe wir nachmittags mit dem Bus nach Puerto Natales zurück fahren werden.
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Etappe 9: Las Torres - Mirador - Las
Torres (15 km - 5:30 h) und Rückfahrt nach Puerto Natales |
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Nach einer wiederum stürmischen Nacht
hatten wir eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben, heute noch zu den Torres aufsteigen
zu können. Aber in Patagonien macht das Wetter was es will. Die Spitzen der Berge
erstrahlen in der Morgensonne in einem satten Rot und es wird Zeit loszugehen. Nachmittags
15 Uhr fährt der Bus zurück zum Parkeingang und von dort weiter nach Puerto Natales. Und
bis dahin sind gerade einmal 6 Stunden Zeit, denn wir brechen erst 9 Uhr zu unserer Tour
auf. Dementsprechend fällt auch unser Tempo aus: Wir haben nur das Nötigste mit und
lassen alle anderen einfach stehen! Nach einer Stunde sind wir bereits am Camp Chileno,
nach weiteren 45 Minuten stehen wir am Fuß des Geröllhanges, der hoch zum Aussichtspunkt
führt. Genau 2½ Stunden nach unserem Start
sind wir bereits oben. Die Aussicht ist fantastisch. Über dem Gletschersee ragen die drei
Torres in den blauen Himmel.
Von hinten ziehen immer wieder Wolken um die Türme, vermögen aber nicht, diese vor uns
zu verbergen. Der Aussichtspunkt liegt auf knapp 1000 m Höhe und bis zu den Gipfeln sind
es noch einmal fast 2000 Höhenmeter, die gewaltigen Granitwände stürzen 1200 m
senkrecht in die Tiefe. Die Dimensionen sind einfach gewaltig!
Nach einer halben Stunde Pause geht's im gleichen Tempo wieder zurück. Die mit 8-9
Stunden angegebene Tour haben wir in 5½ Stunden geschafft. Und den Bus schaffen wir auch
- aber mit Ach und Krach. Das Abbauen der Zelte und Packen der Rucksäcke hätte keine
fünf Minuten länger dauern dürfen. Um 15:45 fährt dann der Bus nach Puerto Natales
zurück, wo er gute 2 Stunden später ankommt. Schnell ist eine Unterkunft gefunden und
nach einer heißen Dusche suchen wir uns ein Restaurant, wo es keine Spaghetti gibt!
Dafür ein paar Schop Bier, Churrasco und Pizza. Und einen schönen Pisco Sour! Den hatten
wir uns heute sicherlich verdient. |
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