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Anreise |
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Eine lange Durststrecke hat endlich ein Ende genommen. Nach über einem
halben Jahr ist wieder Urlaubszeit! Mit der Morgenmaschine fliegen wir von Hof nach
Frankfurt. Am frühen Nachmittags geht dann unser Jumbo-Jet der Cathay Pacific nach Hong-Kong.
Aber erst heißt es sich mal wieder in Geduld üben. Mit über einer Stunde Verspätung
fliegen wir erst ab.
Wir sitzen wie die Ölsardinen, haben uns aber einen Platz am Gang geben lassen, um
zumindest immer mal aufstehen zu können, ohne über andere Passagiere hinweg turnen zu
müssen. Alle Plätze sind mit einem Videosystem ausgestattet und es laufen mehrere Filme
zur Wahl, leider aber zumeist nur in Englisch oder Chinesisch.
Über den Südural, Kasachstan und die Wüsten des nördlichen China fliegen wir durch die
Nacht Hong-Kong entgegen, das nach über 10 Stunden Flugzeit erreicht ist. Daß der Pilot
die Verspätung aufholte hat wenig Bedeutung, denn der Weiterflug nach Bali verspätet
sich auch. Diesmal um 1½ Stunden! Also hängen wir erst mal wieder auf dem neuen
Flughafen Chek Lap Kok herum. Aber
der Urlaub beginnt ja gerade und da können einen solche Kleinigkeiten nicht schocken.
Mit dann fast 2 Stunden Verspätung fliegen wir endlich weiter und nach weiteren 5 Stunden
ist endlich Denpasar auf der indonesischen Ferieninsel Bali erreicht. Daß unser Gepäck
immer als letztes kommt ist nichts Neues mehr für uns. Bis dahin kann an einem
Geldautomaten erst mal etwas Bares aufgesammelt werden. Und dann steht auch schon die
Abholung bereit, die uns zum Hotel bringen wird. Dort kommen wir nach einer reichen halben
Stunde an und nach einem Willkommensdrink können wir das schöne Zimmer mit Blick auf den
Pool beziehen. Abendessen gibt es dann gleich im Hotelrestaurant, denn für große
Expeditionen haben wir heute keine Lust mehr. Noch schnell ein Bier an der Bar und dann
ist Sense für heute ... |
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Tags darauf lassen wir uns mit dem Hotel-Shuttle nach Kuta
fahren. Die Abfahrtszeit um 10:30 Uhr läßt uns genügend Zeit für ein schönes
Frühstücksbuffet. Mit den Zeiten wird es ohnehin recht locker gehalten: Wer gegen Mittag
antanzt bekommt immer noch was!
In Kuta könnten wir dann auch gleich alles Mögliche kaufen. Pfeil und Bogen, T-Shirts,
Drachen, Sarongs und so weiter und so fort. Jeder hat was anzubieten und alles ist besser
als nebenan. Aber Mann bleibt standhaft und kann erst mal allen Versuchen widerstehen.
Heute wird kein Plunder gekauft!
Dafür kübeln wir in einem kleinen Imbiß ein kühles Bierchen, das uns alsbald
schläfrig werden läßt. Also bummeln wir am Strand entlang und auf der Wiese eines
großen Strandhotels lassen wir uns im Schatten einer großer Palme zu einem Nickerchen
nieder. Als Europäer fällt man da gar nicht auf - vielleicht hätten wir uns auch noch
einen kostenlosen Drink holen können, aber zu frech möchte man ja auch nicht gleich
auftreten.
Dafür hole ich mir gleich einen heftigen Sonnenbrand: Diesmal an den Füßen! Und der
wird mich noch die nächsten Tage beschäftigen ... |
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Nach einem Tag am schattigen Pool des Hotels, dekoriert durch ein paar
leckere Drinks an der Bar, wollen wir heute mit dem Mietwagen starten. Um 9 Uhr wird der
kleine Suzuki Vitara am Hotel vorbei gebracht und dann können wir starten! Tagesziel ist
Lovina Beach.
Gewarnt
über die Fahrweise der Balinesen geht es vorsichtig auf die Piste. Das
Sicherheitspersonal an der Hoteleinfahrt sperrt die Straße für uns ab und wir können
gefahrlos nach rechts auf die Hauptstraße abbiegen. Die erste Hürde ist genommen! Da ein
Großteil der Balinesen der hinduistischen Glaubensrichtung angehört, glauben diese an
die Wiedergeburt nach dem Tod. Und genau so fahren sie auch!
Bis zu vier Personen sitzen auf den kleinen Motorrädern, die wiederum quer durcheinander
über die Straßen wirbeln. Führerscheine werden nicht mit einer Prüfung abgelegt
sondern einfach gekauft. Wie praktisch! Und die Ausrüstung der Fahrer kann sich auch
sehen lassen. Vom modernen Integralhelm bis zur Suppenschüssel ist alles dabei. Zuweilen
wird der Helm auch nur locker auf dem Kopf abgelegt, der Kinnriemen baumelt dann beim
Fahren lustig in der Luft. Geschlossen wird er natürlich nicht, denn im Falle des Fallens
wird der Helm, da er dann nicht mehr mit dem Kopf gefüllt ist, nicht so schwer
beschädigt. Aber auch ein kaputter Helm kann noch gute Dienste leisten. Er wird mit ein
paar "Stichen" zusammen genäht und weiter benutzt. Alles gesehen!
Bis Nusa Dua geht es aber ganz flott vorwärts, dann auf die vierspurige Schnellstraße
und jetzt muß erst mal eine Tankstelle ran, denn der Wagen wird leer gebracht und soll
auch wieder leer abgegeben werden. |
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Quer durch das quirlige Kuta finden wir tatsächlich den Weg zum
Pura Tanah Lot. Entgegen den Angaben auf der Landkarte, die einzelne Ortschaften ausweist,
gleicht der Süden der Insel eher einem riesengroßen Ort. Die Dörfer gehen fließend
ineinander über und man muß die ganze Zeit höllisch aufpassen, niemanden über den
Haufen zu fahren.
Am Tempel können wir das Auto abstellen und werden sogleich wieder von fliegenden
Händlern vor dem Eingang umringt. Diesmal gibt es Ansichtskarten zu günstigsten Preisen!
Aber nicht etwa eine - nein, wenn schon dann gleich 30 Stück. Und das sind dann doch ein
paar zu viele.
Der im Meer gelegene Tempel zählt zu den landschaftlich am schönsten gelegenen und wohl
auch meist fotografiertesten. Aber abends, wenn die Sonne im Meer versinkt, wirkt er
sicherlich noch eine Klasse besser. Doch zu später Stunde sollte man erst recht nicht mit
dem Mietwagen unterwegs sein. Und vielleicht haben wir ja im Verlauf des Urlaubs noch eine
Möglichkeit hierher zu kommen.
Vom Tanah Lot versuchen wir jetzt in nördlicher Richtung weiter zu kommen. Aber das ist
gar nicht so einfach. In Krambitan ist erst mal Ende: Wir haben uns vollkommen verfranst
und keinen Plan mehr wo es weiter gehen könnte! Da kommt auch schon eine Schulklasse mit
Lehrer des Weges, die man fragen kann. Es wird viel gelacht und erklärt und mit dem
vollen Durchblick starten wir durch. Aber so richtig hatten wir wohl doch nicht zugehört,
denn weit kommen wir wieder nicht. Also doch die Polizei fragen! Die sperrt gleich eine
ganze Kreuzung für uns ab und dann haben wir es endlich geschafft. Vor uns liegt die
Straße nach Pura Luhur Batukau.
Den Tempel erreichen wir dann auch noch relativ kurzer Zeit. In einer Höhe von 1.000 m
ist es angenehm kühl und nach dem obligatorischen Ausleihen eines Sarongs (trotz langer
Hose) können wir gemütlich durch den Tempelbereich schlendern und die Gläubigen aus
respektvoller Entfernung beobachten.
Auf dem Weg weiteren Weg Richtung Bedugul passiert man noch den kleinen Ort Jatiluwih. Die
Landschaft wird von kunstvoll angelegten Reisterrassen dominiert und macht dem übersetzen
Namen des Ortes »Wirklich wundervoll« alle Ehre.
Die lauten Rufen eines Muezzin kündigen dann schon den nächsten interessanten Punkt an.
Am Ufer des Bratansees liegt der Pura Ulun Danu Bratan, ein im See befindlicher Tempel.
Das Wetter war leider etwas trüb und so konnte man von der Bergwelt rund um den See nicht
allzuviel erkennen. Vor dem Tempel konnte man sich mit einer 4 m langen Python um den Hals
fotografieren lassen. Warum das Bild hier fehlt - Schiss? Nein, es war mal wieder nicht
genug Bares in der Kasse ...
Die anschließende Fahrt führte auf steilen und engen Serpentinen entlang des Buyansees
und schließlich hinab ans Meer. Auf der Küstenstraße fuhren wir dann bis Lovina Beach.
Der Ort erstreckt sich auch wieder kilometerweit am Strand entlang, aber ein brauchbares
Strandhotel für eine Übernachtung ist schnell gefunden.
Jetzt fehlt nur noch ein gescheites Abendessen, um den tollen Tag stimmungsvoll
beschließen zu können. Also Geld tauschen und dann ab in die Spur! Zuerst wird mal an
allen Restaurants vorbeigelaufen und geguckt, ob und wie viele denn drin sitzen. Ist das
gecheckt, wird im Bestbesuchten eingekehrt. Und nicht umsonst heißt es ja: Wo die meisten
Leute sitzen gibt es gute und preiswerte Kost! Wobei hier für unseren Geschmack
grundsätzlich alles preiswert ist. Satai-Spieße auf dem Holzkohletischgrill und ein
eiskaltes Bintang, oder waren es gar zwei?, beenden einen langen erlebnisreichen Tag.
Lovina ist besonders bekannt wegen seiner Delphine. Am frühen Morgen fährt dann eine
ganze Armada kleiner Auslegerboote hinaus ans vorgelagerte Riff um die klugen
Meeressäuger aufzuspüren. |
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Frühstück? Heute Fehlanzeige, wir haben wieder einen langen Tag
vor uns. Am dunkelsandigen Strand von Lovina werden noch ein paar Fotos geschossen und
entlang der Küste fahren wir bis Sangsit, um dort nach rechts ins Innere der Insel
abzubiegen.
Jetzt geht es wirklich durch eine ländliche Gegend, die vom Tourismus noch völlig
unberührt erscheint. Auf schmalen Straßen schleichen wir hinter solchen vollbeladenen
Reistransporten her, die wie eine Pappel im Wind schwanken und in jeder Kurve umzustürzen
drohen. Aber wie durch ein Wunder fallen sie doch nicht um! Und außerdem sollte man ja
auch die Wiedergeburt nicht vergessen, die fest im hinduistischen Glauben der Balinesen
verwurzelt ist. An einer etwas übersichtlicheren Stelle setzen wir dann auch zum
Überholen an und der Suzuki Vitara »schießt« an dem Vehikel vorbei. Die Straße
schlängelt sich malerisch durch Reisfelder, Bananenpflanzungen, Mangobäume, dichtgrünen
Wald und kleine Dörfer immer höher in die Berge hinauf. Es wird deutlich kühler und auf
dem weiteren Weg hinauf zum Paß ziehen nicht selten Nebelschwaden an uns vorbei. Oben
angekommen öffnet sich der Blick Richtung Gunung Batur und Gunung Agung, der leider in
dichte Wolken gehüllt ist.
Aber in weiter Ferne kann man des Gipfel des Gunung Rinjani, des mit 3726 m höchsten
Berges der Nachbarinsel Lombok, erkennen, dessen Spitze sich über den Wolken abzeichnet.
Nur wenige Fahrtminuten sind es bis hinunter nach Kintamani, das nach dem letzen großen
Ausbruch des Gunung Batur an dieser Stelle im Jahr 1963 wieder aufgebaut wurde. Mitten im
Dorf liegt eine überaus wichtige Tempelanlage des balinesischen Nordens: Pura Ulun Danu
Batur. Die zahlreichen Bauten gruppieren sich um einen elfstufigen Meruh, der Danu, der
Göttin der Seen und Flüsse, geweiht ist.
Sarong und Schärpe kann man wieder gegen eine geringe Gebühr ausleihen. Zusätzlich wird
uns das Versprechen abgerungen, im Anschluß an die Besichtigung ein T-Shirt zu kaufen.
Vom Tempel aus hat man einen sehr schönen Blick auf Gunung Batur, dessen Hänge noch mit
Asche, Lava und Geröll des letzten Ausbruchs übersäht sind, und den darunter liegenden
tiefblauen Batursee. Der Blick allein ist schon das T-Shirt wert, das seit dem Urlaub im
Wäscheschrank liegen geblieben ist.
Entlang des Kraterrandes fahren wir dem wichtigsten Heiligtum der Hindus auf Bali
entgegen, den Tempelanlagen von Besakih am Fuß des Gunung Agung, mit 3142 m höchster
Berg der Insel. Am Eingang zur Tempelanlage läßt man das Auto auf einem großen
Parkplatz stehen und geht dann weiter zur Kasse.
Am Kassenhäuschen werden die Besucher von einheimischen Führern in Empfang genommen,
obwohl weder Notwendigkeit noch Zwang dazu bestehen. Aber man kann sich gegen die
Übermacht einfach nicht erwehren und ergibt sich schließlich in sein Schicksal. Den Lohn
sollte man aber vorher aushandeln und am Ende auch auszahlen, sonst könnte es selbst hier
auf Bali ungemütlich werden.
Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 250 ha und sieben Terrassen in knapp 1000
m Höhe am Südhang des heiligen Vulkans Gunung Agung. Balinesische Familien, Kasten,
Fürstenhäuser und Berufsgilden haben hier ihre eigenen Schreine und deshalb finden hier
auch fast täglich Zeremonien, Tänze und Hahnenkämpfe statt.
Besakih ist somit das Zentrum der religiösen Verehrung auf Bali und verdient damit den
Ehrennamen »Muttertempel« aller balinesischen Tempel zu Recht.
Nach dem ganzen Trubel kommen wir anschließend ungeschoren durch die Prozessionsallee
zurück zu unserem Auto, ohne in einen der vielen Andenkenläden »gebeten« zu werden. Am
frühen Abend ist das Hotel in Nusa Dua wieder erreicht. |
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Tags darauf unternehmen wir mit dem Mietwagen noch eine
Halbtagestour nach Ubud, dem kleinen Bergort, der
als das künstlerische Zentrum der Insel gilt.
In unzähligen Galerien werden Bilder, Schnitzwerke und Batikmalereien zum Kauf angeboten.
Bereits die Ausfallstraßen sind von einer Unmenge an Werkstätten gesäumt. Das Angebot
an Kunstartikeln und Kitsch sucht seinesgleichen auf der Welt. Aber nicht das es sich
immer um landestypische Produkte handelt.
Man findet auch Galerien voller Didgerido's, die ja eigentlich dem australischen Kontinent
zugerechnet werden müssen. Oder typisch jamaikanische rot-gelb-schwarze Pudelmützen.
In den Gassen und im zentral gelegenen Markt herrscht ein geschäftiges Treiben und für
jeden der unzähligen hierher gekarrten Touristen sollte etwas dabei sein.
Nachmittags fahren wir noch auf die Halbinsel Bukit Badung ganz im Süden der Insel. Ziel
ist der 150 m über dem Meer auf einer Klippe gelegene Tempel Pura Luhur Uluwatu. Hier
werden wir auch unsere letzen Rupiah los, die wir für Mietsarong und Schärpe sowie
Futter für die heiligen Affen »hinblättern«.
Im Tempelgelände kann man entlang der steilen Klippen spazieren gehen oder auch bis ganz
nach oben steigen. Das heißt fast bis nach oben, denn auch hier wie in allen anderen
Tempeln ist der zentrale Bereich des Tempels für »Ungläubige« tabu.
Per Schleichfahrt fahren wir dann zurück zum Hotel, wo wir den Mietwagen abgeben. Empty,
also leer, sollte der Tank sein. Leider wissen wir nicht, ob der Tankinhalt noch bis zum
nächsten, Benzin in Flaschen verkaufenden, Stand an der Straße reichte... |
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Bis zu unserer Tour nach Java zum Vulkan Mount
Bromo bleiben noch ein paar Tage Zeit, die wir mit Herumgammeln am Hotelpool und
Strandbesuchen am Geger-Beach füllen.
Auch eine Raftingtour mit Sobek-Tours auf dem Agung-River und eine Schnorcheltour mit Bali Hai Cruises nach Lembongan unternehmen wir
in den nächsten Tagen.
Beide Touren waren sehr gut organisiert, wenngleich die Abholung zur Raftingtour etwas in
die Hose ging. Man hatte uns vergessen! Nach ein paar Telefonaten schickte dann der
Tourveranstalter ein Taxi, das uns zum Ausgangspunkt der Tour brachte. Dann paddelten wir
der vor uns gestarteten Meute hinterher. Da blieb kein Fetzen trocken! |
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