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Ein Streifzug durch Balis Reisterrassen |
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Eine 15 km lange Wanderung, zu der man bei den ersten Sonnenstrahlen
aufbrechen sollte, führt durch die Reisfeldlandschaft von Ubud Richtung Norden über das
Dorf Keliki nach Taro.
An der Brücke in Campuan schlängelt sich bei der Zufahrt zum Luxushotel lbah ein
schmaler Fußweg hinunter in die Schlucht des Yeh Uos, den man auf einer Steinbrücke
überquert. Beim Heiligtum "Pura Gunung Lebah" hält man sich rechts und steigt
hinauf auf einen hoch über den Tälern der beiden Flüsse Yeh Uos und Yeh Campuan
verlaufenden Bergkamm. Die Wanderung auf dem gepflasterten Weg ist einfach, aber es gibt
kaum Schatten. Deshalb sollte man entweder früh aufstehen oder einen bewölkten Tag
abwarten. Vor allem frühmorgens bietet sich ein herrlicher Blick auf den Gunung Agung im
Osten und den Gunung Batukau im Westen sowie auf den zwischen den beiden Vulkanen
gelegenen Gunung Batur.
Der Weg führt über Bangkiang Sidem zum größeren Dorf Sebali mit traditionellen
Familiengehöften (5 km, 1,5 Std. ab Campuan). An kleinen warungs entlang der Route
erhält man kühle Getränke und lmbisse. In Bambusateliers und -galerien am Rande von
Reisfeldern kann man Malern über die Schulter schauen und Gemälde - preiswerter als in
Ubud - direkt bei den Künstlern kaufen.
Bei Sebali kann man entweder den Uos-Fluss erneut überqueren und auf einem Feldweg über
die Dörfer Batuyung und Sakti zurück nach Campuan und Ubud wandern, oder aber man geht
auf einer kaum befahrenen, schmalen Teerstraße weiter bis Keliki (3 km/1 Std). Von dort
verkehren sporadisch Bemos nach Tegalalang, man kann die gerade 2 km lange Strecke aber
auch bequem laufen und erst in Tegalalang ein Bemo zurück nach Ubud nehmen.
Wer von Keliki einem zum Teil asphaltierten Weg Richtung Norden folgt, gelangt über das
Dorf Kelusa nach weiteren 8 km nach Taro. Dieses gr6ßere, von Nelken- und Kaffeeplantagen
umgebene Dorf besitzt einen imposanten Tempel, den Pura Gunung Raung, mit ausgewogenen
Proportionen und feinem Skulpturenschmuck. Der Überlieferung zufolge errichtete im 8. Jh.
der legendäre Hindu-Missionar Sanghyang Markandeya aus Java an der Stelle des heutigen
Heiligtums eine Kultstätte, in der man hinduistisch-shivaistische Tempelrituale abhielt.
Der Name des Tempels stammt von einern Vulkan auf Ost-Java, dem Gunung Raung, auf dem
Sanghyang Markandeya einst von den Göttern den Befehl erhielt, den Hinduismus auf Bali zu
verbreiten. Dies mag erklären, weshalb die Gläubigen sich heute noch im Pura Gunung
Raung beim Gebet nicht bergwärts wenden, in Richtung der Welt der balinesischen Götter,
sondern nach Westen, in Richtung des Gunung Raung auf Ost-Java. Taro ist auf Bali der
einzige Ort, in dem die als heilig geltenden weißen Kühe (lembu) gezüchtet werden.
Vorbei sind jedoch die Zeiten, als man die Albinorinder bei religiösen Ritualen opferte.
Entweder in Taro oder in Pujung 2 km südöstlich findet man bis zum späteren Nachmittag
ein Bemo für die Rückfahrt nach Ubud. |
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